Stellenmeldepflicht

 

       180615_Stellenmeldepflicht

 


 


Was ist der Inländervorrang?

  • Im Rahmen der Umsetzung des Zuwanderungsartikels in der Verfassung hat das Parlament einen Inländervorrang bei Stellenvergaben beschlossen.
  • Freie Stellen müssen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldet werden, wenn die landesweite Arbeitslosenquote in einer Berufsgruppe bei mindestens 5% liegt.
  • Die gemeldeten Stellen liegen während fünf Tagen nur den bei den RAVs gemeldeten Personen vor.
  • Die RAVs übergeben die Dossiers geeigneter Bewerber während dreier Tage der stellenausschreibenden Firma. Diese lädt passende Stellensuchende zu Bewerbungsgesprächen ein.
  • Die Stellenmeldepflicht gilt auch für Kleinstpensen, wie der Bundesrat explizit festhält.

Die Pflicht, sich als Arbeitgeber immer zuerst beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV zu melden, gilt ab 1. Juli, sofern im betreffenden Beruf die Arbeitslosenquote mehr als 8% beträgt. Ab 2020 sinkt der Schwellenwert gar auf 5%.

Wer sich nicht an die Meldepflicht hält, kann mit einer Busse von bis zu 40'000 Franken bestraft werden.


Seco stellt klar: Auch Mini-Jobs sind meldepflichtig

Ob es stimme, dass Privathaushalte, die nur für ein paar Stunden pro Woche oder pro Monat eine Haushaltshilfe beschäftigen wollen, der Stellenmeldepflicht unterliegen, wollte FDP-Nationalrätin Isabelle Moret vom Bundesrat wissen. Seit Kurzem liegt die Antwort vor: «Ja, es stimmt!» Das Parlament habe sich bewusst dagegen entschieden, kleinere Pensen von der Meldepflicht auszunehmen, also auch Putzkräfte nicht.

Auf Anfrage von Radio SRF präzisiert das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO: «Das bedeutet, dass auch Gartenarbeiten, Betreuungsarbeiten oder Nachhilfeunterricht von der Meldepflicht nicht ausgeschlossen werden können, sofern es sich um reguläre Anstellungen handelt.»