Studie

 
 

 

Medienmitteilung Swissmechanic und Gewerkschaft Unia


Weinfelden/Bern,21.November2017

 

 

Alarmierende Studie über KMU der Maschinenindustrie

Starker Frankenhält Industrie-KMU im Würgegriff– jetzt braucht es Massnahmen

 

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Schweizer Maschinenindustrie ist der nach wie vor überbewertete Franken ein existenzielles Problem und schlägt sich massiv in den Margen nieder. Die Nationalbank muss deshalb ein strategisches Wechselkursziel zwischen 1,18 und 1,20 Franken/Euro anstreben. Das zeigt eine Studie der HSG im Auftrag von Swissmechanic und der Gewerkschaft Unia.

 

Die Industrie hat für die schweizerische Volkswirtschaft herausragende Bedeutung. Sie trägt rund ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das Rückgrat der Industrie sind die KMU. Tausende Firmen spielen als Zulieferer, Hersteller oder Dienstleister im Produktionsprozess eine tragende Rolle. Doch ihre Existenz ist gefährdet. Der Arbeitgeberverband Swissmechanic und die Gewerkschaft Unia sind deshalb eine aussergewöhnliche Partnerschaft eingegangen und haben gemeinsam eine Studie zur Situation der Industrie- KMU in Auftrag gegeben.Unter dem Titel «Volkswirtschaftliche Bedeutung und Problematiken der KMU der Schweizer Maschinenindustrie mit besonderer Berücksichtigung der von Swissmechanic organisierten Betrieb stellten Prof. em. Dr. Franz Jaeger und Dr. Tobias Trütsch von der «Executive School of Management, Technology an Law» (ES-HSG) heute ihre Ergebnisse vor.

 

Starker Franken als Standortnachteil
Für die Studie wurden rund 200 Mitgliedsunternehmen von Swissmechanic befragt. Mit alarmierenden Ergebnissen: Der überbewertete Schweizer Franken wird von den Firmen mit Abstand als grösster Standortnachteil bezeichnet. So hatte die Frankenstärke bei knapp 40% der befragten Betriebe negative Auswirkungen auf die Beschäftigung.
Die Gewinnmargen als zweitgrösstes Standortproblem haben sich im Zeitraum 2014-2016 wegen dem starken Franken bei über 50% der Unternehmen verschlechtert. Aktuell liegt bei fast der Hälfte aller Firmen die Gewinnmarge bei weniger als 5% was längerfristig nicht verkraftbar ist. Zehn Prozent schreiben gar Verluste. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Firmen Schwierigkeiten haben, Kredite zu erhalten: 2015 wurde jedem fünften Unternehmen ein Kredit zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit verweigert. In den Jahren davon und danach jedem achten.

 

Strategisches Wechselkursziel gefordert
Die Studienautoren kommen aufgrund der Analyse zu mehreren Handlungsempfehlungen: Die Nationalbank muss ein strategisches Wechselkursziel zwischen 1,18 und 1,20 Franken/Euro anstreben. Zur Lösung der Kreditklemme müssen alternative Finanzierungsformen jenseits von Bankkrediten angedacht und das Bürgschaftswesen für KMU verbessert werden. Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist als Basis für Innovation zu stärken, gerade angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung. Swissmechanic und die Unia werden sich auf der Grundlage dieser Erkenntnisse weiterhin entschlossen für eine Industriepolitik im Interesse des Werkplatzes Schweiz, der Industrie-KMU und ihrer Beschäftigten einsetzen. Dies bekräftigten Swissmechanic-Präsident Roland Goethe und Vizepräsident Daniel Arn sowie Unia-Industriechef Corrado Pardini und der Verantwortliche für die MEM-Industrie, Manuel Wyss, an der heuten Medienkonferenz.

 

Studie «Volkswirtschaftliche Bedeutung und Problematiken der KMU der Schweizer Maschinenindustrie mit besonderer Berücksichtigung der von Swissmechanic organisierten Betrieb


Studie_KMU_Swissmechanic-Unia


R
edetexte der Medienkonferenz (Link auf Unia-Webseite)

 

Für Rückfragen:
Roland Goethe, Präsident Swissmechanic, 078 669 91 61

Daniel Arn, Vizepräsident Swissmechanic, 079 330 31 75

Corrado Pardini, Nationalrat und Sektorleiter Industrie Unia, 079 375 60 94

P
rof. em. Dr. Franz Jaeger, Studienautor, 079 600 62 24